Bevor die neue Dauerausstellung im Konventbau ihren Platz finden konnte, gab es dort einiges zu tun: Die historischen Räume mussten vollständig restauriert werden.
Um sich ein Bild vom ursprünglichen Aussehen zu machen, untersuchte vor Beginn der Bauarbeiten ein Restaurator die historische Bausubstanz. Dabei stellte sich heraus, dass die Räume früher über eine Enfilade, also eine Reihe von Türen auf einer durchgehenden Achse, direkt miteinander verbunden waren. Die Museumsmacher waren hocherfreut: Die Raumabfolge, die durch den Rückbau der Türreihe entstand, unterstützte das Ausstellungskonzept wesentlich!
Das oberste Ziel der Bauarbeiten war, die Eingriffe in die historische Substanz so gering wie möglich zu halten. Darum verzichtete man bei der Elektroinstallation weitgehend auf neue oder zusätzliche Wandschlitze. Auch berücksichtigte das Ausstellungskonzept die vorhandenen Standorte der Schalter und Steckdosen. Um die vorhandenen Stuckdecken unangetastet zu belassen, kommen zur Beleuchtung überwiegend Stehleuchten zum Einsatz.
Die Stuckdecken wurden äußerst behutsam restauriert. Einige besonders lohnenswerte Exemplare wurden in den farbigen Originalzustand zurückgeführt. Dazu mussten zunächst die jüngeren Farbschichten einschließlich Schmutz abgenommen und die Schäden ausgebessert werden. Anschließend wurden die Decken nach historischem Vorbild neu gefasst.
Zur selben Zeit wurde auch der sich über den Museumsräumen befindende Dachstuhl wegen dringender Bauschäden komplett saniert. Besonders beeindruckend war dabei die notwendige Absturzsicherung für die unmittelbar darunter liegenden Stuckdecken. Beim Austausch der Deckenbalken und Schwellenhölzer des Dachstuhls verhinderte ein dichtes Gitter von beweglich eingespannten vertikalen Dachlatten, dass sich die wertvollen historischen Stuckaturen von der Decke ablösten.
Das Ergebnis der Restaurierung kann sich sehen lassen. Zur Zufriedenheit aller Beteiligter wurden die Räume rechtzeitig für das „Museum im Konventbau“ fertig gestellt. Auch der vorgegebene Kostenrahmen von 365.000 € wurde eingehalten.