Schreiben

Miniatur
Initiale

Hervorgehobene große Anfangsbuchstaben eines Textes werden als Initialen bezeichnet. Oft sind sie besonders verziert. Eine Miniatur ist eine figürliche Darstellung, die nicht an eine Initiale gebunden ist. Sie ist gerahmt oder ungerahmt und findet sich oftmals auch am Blattrand. Das Wort stammt vom lateinischen minium für 'Mennigrot' ab. Damit bezeichnete man ursprünglich Handschriftenverzierungen in roter Farbe.

Das auf den ersten Blick fremd anmutende Hilfsmittel ist ein Lese- und Kopierzeichen. Mit der Handschrift am oberen Bereich des Buchrückens (Kapital) fest verbunden, lässt sich das Lesezeichen frei nach oben oder unten bewegen, um die Zeilenhöhe anzugeben. Der drehbare Teil am Rädchen zeigt vier mögliche Zahlen und Einstellungen an. Sie geben die Spalten des aufgeschlagenen Codex an. Da die Schreiber durch das Stundengebet im Kloster oft unterbrochen wurden, war dieses Merkzeichen eine äußerst hilfreiche Einrichtung. In Wiblinger Handschriften aus dem Besitz der Württembergischen Landesbibliothek sind drei solcher Leserädchen überliefert.

Das Lese- und Kopierrädchen im aufgeschlagenen Codex. WLB Stuttgart, HB I 200

Lese- und Kopierrädchen im aufgeschlagenen Codex


Wie Tinte im Wiblinger Skriptorium bereitet wurde, hat ein Schreiber des 15. Jahrhunderts im Einbanddeckel einer Handschrift notiert:

„Um eine gute Tinte zu machen, nimm für eine Maß Wein 6 Lot Galläpfel, zu kleinsten Stücken, nicht aber zu Pulver zerrieben, die acht Tage in durchgeseihtem Wein eingeweicht waren. Dann lass es über dem Feuer ein Weilchen kochen, solange bis der Wein um eine Fingerbreite eingekocht sein wird. Mische anschließend, nachdem du zuvor die Rückstände der Galläpfel entfernt hast, dem noch leicht warmen Wein 3 Lot Vitriol bei. Füge 3 Lot Gummi oder etwas mehr hinzu.“

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook