Schreiberverse

Das Explicit – lateinisch für 'das Buch ist zu Ende' – bezeichnet die Schlussformel am Ende einer mittelalterlichen Handschrift. Hier hat der Schreiber oftmals seinen Namen und den Zeitpunkt der Fertigstellung genannt.

Schlussformel aus Cod. theol. et phil. 2° 132. Der Wiblinger Schreiber, Frater Georius, hat die Handschrift im März 1444 fertig gestellt. WLB Stuttgart, Cod. theol. et phil. 2° 132, fol. 264r

Schlussformel


Bitten wie Scriptor mente pia petit unum Ave Maria – Der fromme Schreiber bittet den Leser um ein Ave Maria – und die Warnungen vor Diebstahl waren als Aufforderung an den Leser gerichtet, die Arbeit des Schreibers und den Wert des Codex zu achten.

Mit dem folgenden deftigen Schreibervers hat sich der Ulmer Student Martin Schnider 1445 auf dem letzten Blatt der von ihm selbst (ab)geschriebenen Lateingrammatik verewigt:

"Wer miner gescrifft lachet vnd selb krum hagen machet
Der sol wissen das im in sin mul wird geschissen."
  

Vocabularius ex quo 43v Detail Fratze. Randzeichnung eines Wiblinger Schreibers aus WLB Stuttgart, Cod. theol. et phil. 2° 23, fol. 43v

Randzeichnung eines Wiblinger Schreibers
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