Die gärtnerische Arbeit galt den Mönchen als gottgefällige, nutzbringende Tätigkeit. Klostergärten waren ihnen Sinnbilder des Paradieses, das auf Erden nur mithilfe der Kirche erreicht werden konnte. Sie pflanzten in diesen Gärten Obstbäume als Symbole für die Auferstehung. Der Wiblinger Lustgarten ist der älteste erhaltene Garten des Klosters. Er wurde nach der alten axialen Ordnung neu gestaltet: Die Anlage ist kreuzförmig unterteilt, ein umlaufender Weg rahmt sie. Neben den Rasenflächen pflanzte man auch Obstbäume in einreihiger Anordnung.
Das baugeschichtliche Erbe Oberschwabens ist vom Barock geprägt: Vor allem die Klosteranlagen sind herausragende Höhepunkte künstlerischen Schaffens und katholischer Religiosität. Bedeutende Beispiele finden Reisende in Oberschwaben auch heute noch, neben Kloster Wiblingen, in Ochsenhausen, Weißenau, Bad Schussenried, Weingarten und Rot an der Rot. Daneben prägen auch die zahlreichen kleinen Kapellen der Weiler, barocke Pfarrhöfe und verzierte Bauernhäuser das Landschaftsbild.