Monumentales Kloster mit prächtigem Bibliothekssaal

Kloster Wiblingen

Ein ungesühnter Vatermord

Die dunkle Jungfrau

Bereits im ersten Wappen der Grafen von Kirchberg war eine weiße Jungfrau mit einer Lilie abgebildet – als Zeichen für Reinheit, Unschuld und Frömmigkeit der gräflichen Familie. Aus einer Legende ist zu erfahren, wie aus der einst weißen eine dunkle Jungfrau wurde.

Klosterkirche mit Wappen, Detail aus einem Gemälde des späten 18. Jahrhunderts; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Wappen der Kirchberger.

Ungesühnter Vatermord

Der ehemalige Wiblinger Mönch Michael Braig erzählt diese Legende in seiner ausführlichen Klostergeschichte, denn die Grafen von Kirchberg waren die Stifter des Klosters Wiblingen. Es heißt, dass ein Vatermord der Grund für die Änderung des Wappens war. Die Farbe Weiß als Zeichen der Unschuld sei nicht mehr angemessen für das streitlustige Geschlecht der Grafen von Kirchberg gewesen.

Unbeherrschtes Auftreten mit schlimmen Folgen

Wegen seiner Größe und wegen seines wilden Auftretens wurde Graf Wilhelm III. von Kirchberg „der Starke“ genannt. Der unbeherrschte junge Graf soll schon in früher Jugend im Streit 12 Männer erschlagen haben. Später dann habe ein Streit zwischen dem Grafen und seinem Vater Conrad I. von Kirchberg in Schloss Oberkirchberg ein böses Ende genommen: Graf Wilhelm III. tötete den Vater. 

Jesus vor Pilatus, Bild von Martin Dreyer an der Rückseite des Vekündigungsaltars in der Klosterkirche Wiblingen, 1778-1780; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth

Die Pflicht eines guten Herrschers.

König Rudolf I. sorgt für Recht und Ordnung

Erst 23 Jahre später wurde Graf Wilhelm für seine Tat zur Rechenschaft gezogen. König Rudolf I. sorgte bei seinem Regierungsantritt für Recht und Ordnung im Land. Dazu gehörte, dass er Wilhelm III. wegen seiner Tat nicht nur die Herrschaft über Kirchberg entzog, sondern ihn auch des Mordes anklagen und enthaupten ließ.

„Brandmahl“ zur Strafe und ewigen Erinnerung

Wilhelm III. und sein Sohn Eberhard waren für den König nichts als streitlustige Ritter, so der Chronist. Ihnen sollte nicht nur die Herrschaft entzogen werden, sondern alle Nachfahren der Grafen sollten ein „Brandmahl“ in ihrem Wappenschild führen. Die weiße Jungfrau im Schild der Herren zu Kirchberg war bisher mit rotem Talar und glänzender Krone bekleidet. Der König ordnete an, dass die Kirchberger sie künftig als Mohrin mit zerzausten Haaren und mit schwarzer Krone und Hut zu führen hatten.

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