Monumentales Kloster mit prächtigem Bibliothekssaal

Kloster Wiblingen

Ein Bewahrer des Klostererbes

Michael Braig

Michael Braig (1774–1832) schrieb die bis heute unübertroffene Geschichte des Benediktinerklosters Wiblingen. Er erlebte als Ordensmitglied die schwierige Zeit der Säkularisation und der Auflösung des Klosters, dem er bis zu seinem Tod eng verbunden blieb.

Hauptportal der Klosterkirche an der Westfassade; Foto: Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth

Früh entschied sich Braig für das Klosterleben.

Was führte den Schneidersohn nach Wiblingen?

Michael Matthias Braig besuchte in jungen Jahren das Gymnasium in Ehingen, das von Benediktinermönchen aus Zwiefalten geführt wurde. Schon früh zeigte sich seine Begabung. Braig sollte sich deshalb mit einem philosophischen Kurs auf ein Studium vorbereiten. Doch der begabte Schüler Braig ging im Anschluss an das Gymnasium weder auf eine Universität noch trat er in ein Priesterseminar ein. Michael Braig entschied sich für ein Leben als Mönch und wurde Novize in Wiblingen.

Wie erlebte Michael Braig die Säkularisation?

1806 erreichte die Säkularisation Kloster Wiblingen mit all seinen Besitzungen. Michael Braig war zu dieser Zeit Vikar in Unterkirchberg, der bedeutendsten Klosterpfarrei Wiblingens. Wie im Kloster selbst wurde auch im Pfarrhaus alles Wertvolle von Abgesandten der Regierung übernommen – zuerst aus Bayern, das zuerst den Wiblinger Besitz übernahm, dann von Württemberg. Das meiste wurde verkauft, versteigert und in alle Winde zerstreut.

Detail des „Wiblinger Planbuchs“; Foto: Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Ortsverband Schussenried Wiblingen

Detail des „Wiblinger Planbuchs“.

Wie ging es danach weiter?

Michael Braig blieb Kloster Wiblingen weiter verbunden. Er behielt seinen Ordensnamen Michael bei und nahm das Doppelkreuz von Wiblingen in sein privates Siegel auf. Der kunstsinnige Pater stellte sein Können immer wieder unter Beweis. So fertigte er 1802 eine aufwändige Hinterglasmalerei, die alle damaligen Brüder im Schattenriss zeigte. 1824 stiftete er der Pfarrei Wiblingen das „Wiblinger Planbuch“: einen großformatigen Band mit 42 Plänen und Rissen, wohl im Zusammenhang mit dem projektierten Neubau entstanden.

Tuschezeichnung der Klosteranlage im Zustand von 1805, Michael Braig, 1813; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

Braigs Tuschezeichnung der Klosteranlage.

Was ist die besondere Leistung von Michael Braig?

Michael Braig verfasste die Geschichte des Benediktinerklosters Wiblingen. Die historische Arbeit widmete er seinem „lieben Mutterstifte“ und endete mit der Hoffnung, dass die Nachwelt sich in Dankbarkeit an das geleistete Gute dieses Stiftes erinnere. Die Arbeit wurde 1834, nach seinem Tod, unter dem Titel „Kurze Geschichte der ehemaligen vorderösterreichischen Benediktiner Abtey Wiblingen in Schwaben“ von Braigs ehemaligem Prior, Gregor Thomas Ziegler, veröffentlicht.

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