Klosteranlage mit Stiftern, Gemälde aus dem späten 18. Jahrhundert

Das Heilige Kreuz gegen Zauberei und „Schwarze Künste“

Die Wunderprozession

Kloster Wiblingen und seine Mönche sollen einst durch eine Wunderprozession vor einer gewaltigen Flutwelle gerettet worden sein. Schuld an dem Unwetter war der Fluch eines fremden Mönches, der sich der Zauberei und den „Schwarzen Künsten“ verschrieben hatte.

Eingang zur Klosterkirche im Westportal

Das Wiblinger Tor stand vielen offen.

Ein Fremder begehrt Einlass

Eine Legende erzählt, dass um das Jahr 1400 ein Mann namens Mauritius aus dem Morgenland um Aufnahme als Mönch in die Wiblinger Klostergemeinschaft gebeten haben soll. Zu Beginn bewährte sich Mauritius als sittsamer und gläubiger Mensch, der bereitwillig die Ordensregeln befolgte. Nach einem Jahr schließlich wurde der Fremde als Benediktinermönch in die Gemeinschaft der Wiblinger Mönche aufgenommen.

Zauberei und Schwarze Künste

Nachts jedoch soll sich Mauritius im Schutz seiner Mönchszelle der Zauberei und den „Schwarzen Künsten“ gewidmet haben. Sein nächtliches Treiben blieb den Mitbrüdern auf Dauer nicht verborgen. Mauritius wurde in den Kerker geworfen. Auf rätselhafte Weise gelang es ihm jedoch, aus der Haft zu fliehen und einen Fluch gegen das Kloster auszusprechen. Und wirklich: Ein drei Tage und drei Nächte dauerndes Unwetter verwüstete die Gegend und brachte das Kloster und seine Bewohner in ernste Gefahr.

Die Kreuzreliquie in Kloster Wiblingen

Die Kreuzreliquie schützte das Kloster.

Rettung durch das Heilige Kreuz

Die Wiblinger Mönche suchten Schutz in der Kirche. Dort soll den unablässig betenden Mönchen plötzlich ein strahlender Engel mit der Fahne des Heiligen Kreuzes erschienen sein. Der Engel führte die Mönche in einer Prozession aus der Kirche und bannte mit drei Schlägen gegen die Wellen das unaufhörlich steigende Wasser. Kloster Wiblingen war so vor dem Verderben gerettet. Mauritius aber, so erzählt die Legende, wurde ertrunken zwischen Weidenbäumen aufgefunden.

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